Über COPD

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist durch eine dauerhafte Einschränkung des Atemstroms charakterisiert, die fortschreitend ist und die normale Atmung beeinträchtigt. COPD stellt eine der führenden, jedoch unterschätzten Ursachen für Morbidität und Mortalität weltweit dar. Annahmen zufolge leiden mehr als 300 Millionen Menschen in aller Welt an COPD[1]; in den USA sind es mehr als 19 Millionen Erwachsene. Schätzungen zufolge beträgt die jährliche Belastung des US-Gesundheitswesens durch COPD 50 Milliarden US-Dollar[2].

COPD ist ein Sammelbegriff zur Beschreibung einer Gruppe von Erkrankungen, wie Erkrankung der kleinen Atemwege (chronische Bronchitis) und Lungenemphysem, die durch eine chronische und nur teilweise reversible Verengung der Atemwege charakterisiert sind und die normale Atmung beeinträchtigen.

Die Atemwegsobstruktion (Verengung der Atemwege) kann durch eine beliebige Kombination von vier grundlegenden Mechanismen verursacht werden:

    1. Kontraktionen des glatten Muskelgewebes führen zu Bronchokonstriktion und damit zur Verengung der Atemwege.
    2. Übermäßige Schleimproduktion führt zur Blockierung der Atemwegsöffnung.
    3. Die Verdickung der Atemwegswand kann die Folge einer Kombination von Entzündung oder Hypertrophie des glatten Muskelgewebes oder der Schleimdrüsen sein.
    4. Eine strukturelle Veränderung im Bereich des Atemwegs, wie bspw. eine emphysematöse Zerstörung des Lungengewebes selbst, kann zum Verlust der radialen Wandspannung mit anschließender Atemwegsverengung führen.

Die Kombination dieser vier grundlegenden Mechanismen führt zu weitläufiger und schwankender Atemwegsobstruktion, die Patienten das Atmen erschwert und Symptome wie Kurzatmigkeit (Dyspnoe), Giemen, Brustenge sowie Husten mit Auswurf hervorruft.

Ärzte wenden eine Mischung aus unterschiedlichen Methoden an, um Atemwegsobstruktion und Symptome (Atemnot, anhaltender Husten, Schleimbildung usw.) von Patienten zu bewerten und eine passende Behandlung auszuwählen. Die Interessenvertretung mit Namen „The Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD)“ setzt sich aus einer Gruppe weltweit führender COPD-Experten zusammen. Sie haben Richtlinien für die Bewertung des Schweregrads sowie die passende Behandlung veröffentlicht, die bisweilen als COPD-Stadien nach GOLD bezeichnet werden. So kategorisiert ein GOLD-Bewertungstest Patienten mithilfe von Spirometrietests (Atmungstests) nach dem Ausmaß der Einschränkung des Atemstroms (GOLD-Grad 1–4). Ein weiterer Test bewertet Patienten nach deren Symptomen und Exazerbationsrisiko (GOLD-Gruppe A–D). Behandlungsempfehlungen richten sich nach dem Score für GOLD-Gruppe A–D.

Die meisten Patienten werden pharmakologisch behandelt. So umfassen z. B. die Behandlungsrichtlinien für Patienten der GOLD-Gruppe A (auch GOLD-A-Patienten genannt) die ein- oder zweimal tägliche Anwendung eines inhalativen Bronchodilatators (kurz oder lang wirksam) zur Entspannung und temporären Eröffnung der Atemwege. Sonstige Behandlungsmethoden umfassen: Lungenrehabilitation, Sauerstoffverabreichung und chirurgische Intervention.

Holaira entwickelt derzeit ein minimal invasives Produkt zur Behandlung von COPD. Diese einfache, einmalige bronchoskopische Behandlung mit der Bezeichnung gezielte Lungendenervierung (Targeted Lung Denervation, TLD) kann bei COPD-Patienten möglicherweise zu einer dauerhaften Verbesserung der gesamten Lunge führen, indem sie blockierte Atemwege eröffnet und so das Atmen erleichtert. TLD wird derzeit klinisch geprüft und ist noch nicht kommerziell verfügbar.

Bei der Suche nach weiteren Informationen zu COPD können die folgenden Websites nützlich sein:
Globale Initiative für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen
Europäische Pneumologische Gesellschaft
Europäische Lungenstiftung
Amerikanischer Lungenverband
Nationales Herz-, Lungen- und Blut-Institut

Bezüglich aktueller Behandlungsoptionen für COPD fragen Sie bitte Ihren Arzt.


[1] Global Chronic Obstructive Pulmonary Disease Epidemiology and Patient Flow – 2017.
Fore Pharma.
[2] American Lung Association, COPD Fact Sheet, February 2011

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